Gründung des Exilmusik-Zentrums “exil.arte” an der mdw

Good news!

11.04.2016 

Wien (MDW) – Die mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien hat die Errichtung eines Zentrums für Exilmusik beschlossen. Ziel ist eine wissenschaftliche und künstlerische Auseinandersetzung mit KomponistInnen und MusikerInnen, welche von den Nationalsozialisten vertrieben, verfemt und ermordet wurden. Der seit zehn Jahren bestehende Verein exil.arte hat bereits in der Vergangenheit Möglichkeiten aufgezeigt, diese Thematik in Konzerten, Seminaren, Workshops und internationalen Kooperationen in die Öffentlichkeit zu tragen. Erzielte Preise wie der “Golden Stars Award” der EU-Kommission 2009, der “Bank Austria Kunstpreis International” 2010 und ein Innovationspreis der IG Kultur 2014 geben beredtes Zeugnis. 

Gerold Gruber, Leiter des neuen Zentrums, und sein Stellvertreter im bisherigen Verein exil.arte, Michael Haas, ein international renommierter Experte für Exilmusik, werden dafür garantieren, dass die ihnen gestellten Aufgaben im neu errichteten exil.arte Zentrum der mdw kompetent betreut werden. 

Beitrag zur Aufarbeitung

Rektorin Ulrike Sych: “Wir wollen ein aktives exil.arte Zentrum eröffnen, an dem die Zeugnisse im III. Reich verfemter Kunst nicht nur archiviert, sondern aktiv bearbeitet und erforscht sowie der Öffentlichkeit in Ausstellungen und Konzerten präsentiert werden. Wir möchten mit dem exil.arte Zentrum einen aktiven Beitrag zur Aufarbeitung des großen Unrechts während der nationalsozialistischen Katastrophe leisten. Es gilt, wunderbare Werke zu entdecken, die nur deshalb den ihnen zustehenden Stellenwert nicht erlangen konnten, weil ihre UrheberInnen verfolgt und ermordet wurden. Für dieses Vorhaben ist die mdw mit 860 Lehrenden und mehr als 3.000 Studierenden der geeignetste Platz. Wir möchten damit einen Beitrag zur Wiedergutmachung leisten, einer Wiedergutmachung jedoch vor allem an unserem eigenen universitären Selbstverständnis, indem wir Kunstschätze wieder entdecken, die unserer kulturellen Identität nicht weiter vorenthalten bleiben sollen.” 

Zugang zum Zentrum

Das exil.arte Zentrum der mdw wird in- und ausländischen Studierenden, KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen offen stehen, um Materialien – oftmals im Original – einzusehen und für ihre Forschungen auszuwerten. Gleichzeitig richtet sich das Zentrum auch an Verlage, Konzertveranstalter, Ensembles und Opernhäuser, um die archivierten musikalischen Quellen auch lebendig werden zu lassen.

Über die mdw

Die mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien zählt zu den weltweit größten und renommiertesten Universitäten der Aufführungskünste Musik, Theater und Film. Über 3.000 Studierende aus mehr als 70 Ländern genießen in 107 Studienrichtungen aus den Bereichen Musik, darstellende Kunst, Pädagogik und Wissenschaft ihre Ausbildung. Zu den insgesamt 24 Instituten der mdw zählen u.a. das Max Reinhardt Seminar sowie die Filmakademie Wien.

Rückfragen: ao.Univ.-Prof. DDr.h.c. Gerold Gruber exil.arte Zentrum der mdw Tel.: +43 1 71155/ 3510 oder 3533 E-Mail: gruber-g@mdw.ac.at Dr.in Doris Piller Press and Media Production mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien A-1030 Wien,Anton-von-Webern-Platz 1 Tel.: +43-1-71155-7430 Mob.: +43-664-88790832 E-Mail: mailto:piller@mdw.ac.at http://www.mdw.ac.atwww.facebook.com/mdwwien

https://science.apa.at/rubrik/kultur_und_gesellschaft/Gruendung_des_Exilmusik-Zentrums_exil_arte_an_der_mdw/SCI_20160411_SCI39431352629198416